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Der seltsame Herr Biron (oder: Es gibt keine Bestsellerformel)


Hinweis
Das Thema rund um Ricardo Biron und sein Angebot ist irgendwie zu einem Dauerbrenner geworden. Aus diesem Grund findet Ihr Updates und ergänzende Informationen immer jeweils am Ende dieses Artikels. [ Letztes Update: 18.01.2022 ]


*  *  *  Mein letztes, unvollendetes Buch könnt Ihr kostenlos hier lesen  *  *  *

Ihr würdet mir sehr helfen, wenn Ihr meine Arbeit als Autor und Blogger unterstützt und meine Bücher kauft:


Heute in der Mittagspause erschien in meiner Facebook-Timeline ein gesponserter Beitrag, was letztlich einfach nur bezahlte Werbung ist. Ein gewisser Ricardo Biron bot dort sein neues Buch feil, mit dem reißerischen Titel "Bestseller schreiben". Das Werk enthält - ich fasse es mal mit meinen Worten zusammen - angeblich todsichere Tipps von total erfolgreichen Leuten, wie man einen Bestseller schreibt und vermarktet.

 

Oha!

 

Man kann das Schreiben von Bestsellern LERNEN? So quasi als Geheimformel, die man immer wieder anwendet und damit immer wieder Erfolg hat?

 

Da zitiere ich den von mir sehr geschätzten Bestseller-Schriftsteller Andreas Eschbach. Dieser antwortete auf die Mail eines Autors folgendermaßen:

 

Autor: "Die nötigen finanziellen und marketingrelevanten Wege und Mittel zur erfolgreichen Platzierung des Titels in die Top Ten der deutschen Belletristik sind vorhanden." 

Eschbach: "Auch hier befinden Sie sich, mit Verlaub, im Irrtum. Meiner professionellen Einschätzung nach jedenfalls. Derartige Mittel und Wege werden gesucht, seit es Bestsellerlisten gibt, und bislang hat sie niemand gefunden."

[Quelle: AndreasEschbach.de]

 

Das spiegelt auch meine eigene Erfahrung wider und die Erfahrung aller Autor*Innen, die ich kenne und jemals kennengelernt habe. Gäbe es solche "Geheimtipps", um ein Buch quasi sicher in den Top-Ten-Listen zu platzieren, dann würden Verlage wohl einiges an Geld rüberwachsen lassen, um sie in ihren Besitz zu bekommen.

 

Warum ist das so?

 

Weil Bestseller nicht von Autoren, Verlagen oder cleveren Beratern gemacht werden, sondern von Leser*Innen! Also von den Kunden. Und das ist eine riesengroße, heterogene, individuellen Trends folgende Masse, die man kaum überschauen und erst recht nicht in einer simplen "Formel" oder in irgendwelchen griffigen "Tipps" subsumieren kann.

 

Von daher halte ich nichts von solchen vermeintlichen Erfolgsversprechen!

 

Aber es kommt noch besser. Wäre es nämlich nur bei diesem gesponserten Beitrag geblieben, dann hätte ich das mit einem Schulterzucken abgetan. Ich habe mir allerdings den Spaß erlaubt, unter dem besagten Beitrag einen Kommentar zu hinterlassen. Dieser lautete in Anspielung an den Text des Beitrags, der rhetorisch fragte, wie man mit einem Buch erfolgreich sein könne:

 

"Ganz einfach: Indem man falsche Erwartungen weckt."

 

Ein bisschen kindisch, zugegeben, aber auch lustig. Und ich mag lustig.

 

Kurze Zeit später war der Kommentar gelöscht und ich als User gesperrt. Unter dem Beitrag leuchteten nur noch positive, fast euphorische Kommentare, die alle betonten, dass sie das Buch gekauft hätten und sich schon wahnsinnig darauf freuten.

 

Na ja, zumindest ... fast!

 

Denn unter dem Beitrag wurden zwar 12 Kommentare angezeigt (die Antworten des werten Herrn mitgerechnet), aber der Kommentarzähler darüber, der auch gelöschte oder gesperrte berücksichtigt, zeigte 23 an. Ich war also offenkundig nicht der einzige, der digital hinauskomplimentiert worden war.

 

Großer Fehler!

 

Denn jetzt war meine Neugier geweckt. Wer war dieser Biron? Ich habe mir sowohl sein Buch als auch seine Webseite genauer angesehen.

 

Zunächst einmal: Er ist Coach. Und er bietet Seminare an. So weit, so normal. Natürlich geht es bei diesen Seminaren um die erfolgreiche Vermarktung von Büchern, und natürlich kosten diese Seminare Geld. Alles erst mal unspektakulär. Interessant wurde es erst, als ich die Namen, die Herr Biron auf dem Cover seines Buches als Experten zum Thema Bestseller aufzählt, einmal genauer las. Da stand:

 

Frank Thelen, Dr. Patrizia Collard, Dr. Nikil Mukerji, ...

 

Hä? Wer?

 

Okay, zugegeben, Frank Thelen kenne ich sogar, das ist der Typ, der bei der VOX-Sendung "Die Höhle der Löwen" nach neuen Geschäftsideen sucht. Aber der ist hauptsächlich IT-Experte und Geschäftsmann. Und die anderen? Die musste ich googeln, um überhaupt eine Vorstellung davon zu bekommen, wer sie waren. Dr. Patrizia Collard hält, ich zitiere: "Achtsamkeitsseminare". Und Dr. Nikil Mukerji ist, ich zitiere erneut: "Autor, Philosoph und Skeptiker".

 

Und? Wie viele Bestseller von Thelen, Collard und Mukerji habt Ihr so im Schrank stehen? Wahrscheinlich genauso viele wie ich.

 

Wenn man schon behauptet, einen Weg zum garantierten Bestseller gefunden zu haben, warum schmückt man sich nicht mit Namen wie Sebastian Fitzek, Andreas Eschbach oder Nele Neuhaus? Warum befragt man (fast) nur Personen, von denen - behaupte ich kaltschnäuzig - ein Großteil aller bücherlesenden Menschen in Deutschland noch nie gehört hat?

 

Ich lasse das als rhetorische Frage so stehen.

 

Ein zweiter amüsanter Punkt, auf den ich bei meiner Hobby-Recherche gestoßen bin, ist der Bereich "Presseartikel" auf der Webseite des betreffenden Herrn. Dort steht unter vier anklickbaren Fotos jeweils der Text:

 

Ricardo Biron in Forbes

Ricardo Biron in Focus

Ricardo Biron im Handelsblatt

Ricardo Biron im GewinnerMagazin

Die verlinkten "Presseartikel" von Herrn Biron. Zum Vergrößern anklicken.

[ Abgerufen und archiviert am 24.11.2020, gefunden hier. ]

Oha!!! Der Mann wurde also vom prominenten Forbes-Magazin, vom FOCUS und dem Handelsblatt interviewt?

 

Nun ja, nicht so ganz.

 

Wenn man nämlich die Fotos anklickt, erkennt man, dass es sich dabei nicht um Interviews oder gar um Berichterstattungen handelt, sondern lediglich um bezahlte Werbung. Oder anders gesagt: Herr Biron (oder wer auch immer) hat den Magazinen Geld dafür bezahlt, um eine Anzeige schalten zu dürfen. Die Dinger sehen zwar wie redaktioneller Inhalt aus, sind es aber nicht. Teilweise nimmt das grotesk lustige Züge an, wenn es beispielsweise im Handelsblatt in der Überschrift heißt: "Die Kunden von Ricardo D. Biron lieben ihn, weil sie endlich den Durchbruch mit ihrem Buch geschafft haben", und als Autor des Artikels wird dann, nur eine Zeile darunter, "Ricardo Biron" genannt. Da konnte ich mir ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen. Ricardo Biron berichtet also über Ricardo Biron, wohlgemerkt in der dritten Person!

 

Der einzige "Presseartikel" - wenn man ihn denn als solchen bezeichnen will -, der offenbar keine reine Anzeige ist, findet sich hinter dem allerletzten Link, im "GewinnerMagazin".

 

Äh ... was, zum Teufel, ist das GewinnerMagazin?

 

Jupp, genau dasselbe habe ich mich auch gefragt. Also ab zum Impressum der Seite. Dort ist vermerkt:

 

DCF Deutscher Coaching Fachverlag GmbH

Rizzastr. 41

56068 Koblenz

 

(Hinweis: Mittlerweile steht dort nur noch ein verkürztes "DCF Fachverlag GmbH", früher war es allerdings die oben genannte, vollständige Bezeichnung, wie man hier sehen kann. Der Webseiten-Snapshot stammt vom 20.09.2020.)

 

Aha. DCF ist also ein Verlag für Coaches. Und Herr Biron ist ein Coach. Was für ein lustiger Zufall! Wer DCF noch etwas weiter googelt, bekommt folgende interessante Selbstauskunft des Unternehmens präsentiert:

 

"Wir setzen Coaches, Berater, Trainer und Experten in Szene und verleihen ihnen Expertenstatus – in Print oder digital."

 

Einmal abgesehen davon, dass es schon ein lustig-sinnloses Wortspiel ist, wenn Experten ein Expertenstatus verliehen werden soll, ist es unter dieser Prämisse auch nicht mehr ganz so überraschend oder spektakulär, dass das GewinnerMagazin, welches vom besagten DCF-Verlag herausgebracht wird, der wiederum Coaches "in Szene setzt", einen Artikel über Herrn Biron veröffentlicht, der seinerseits Coach ist. Finde zumindest ich. Aber was weiß ich schon? ;-)

 

Leute, ganz im Ernst: Spart Euch solche Angebote. Eine "Bestsellerformel" gibt es nicht und wird es nie geben. (Herr Biron kann mich natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen.)

* * *

 

Update 12.04.2021:

 

Da mir mittlerweile wiederholt berichtet wurde, dass Betroffene ungewollte und teilweise sogar aufdringliche Anrufe seitens des "Teams" von Herrn Biron erhalten, selbst nachdem sie solche Kontaktaufnahmen ausdrücklich verweigert haben, möchte ich ganz allgemein auf Folgendes hinweisen: Ihr könnt gegen so etwas rechtlich vorgehen! Im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) heißt es:

 

"Eine geschäftliche Handlung, durch die ein Marktteilnehmer in unzumutbarer Weise belästigt wird, ist unzulässig. Dies gilt insbesondere für Werbung, obwohl erkennbar ist, dass der angesprochene Marktteilnehmer diese Werbung nicht wünscht. Eine unzumutbare Belästigung ist stets anzunehmen [...] bei Werbung mit einem Telefonanruf gegenüber einem Verbraucher ohne dessen vorherige ausdrückliche Einwilligung oder gegenüber einem sonstigen Marktteilnehmer ohne dessen zumindest mutmaßliche Einwilligung [...]"

[Quelle: UWG, § 7, Abs. 1 + Abs. 2, Nr. 2]

 

Sobald Ihr Eure Einwilligung für solche Anrufe zurückgezogen oder sie gar nicht erst erteilt habt, dürfen Euch diese Leute nicht (mehr) kontaktieren. Bei Missachtung drohen Geldstrafen von bis zu 300.000 Euro. Setzt Euch mit einer Verbraucherschutzzentrale oder einem Anwalt Eures Vertrauens in Verbindung und lasst Euch diesbezüglich beraten. (Bitte beachtet aber, dass dies eine persönliche, in Teilen laienhafte Meinung darstellt, keine Rechtsberatung.)

 

* * *

 

Update 16.11.2021:

 

Die "Presseartikel" vom FOCUS und dem Handelsblatt (siehe Screenshot oben) sind nicht mehr auf der Webseite von Herrn Biron verlinkt. Allerdings sind sie nach wie vor über die jeweiligen Anbieter abrufbar:

Auf beiden wird explizit darauf hingewiesen, wer im Sinne des Telemediengesetzes (TMG) für den Inhalt der Artikel verantwortlich ist: Die "Ricardo Biron Consulting GmbH" mit Sitz in Eschborn. Das Handelsblatt geht darüber hinaus noch einen Schritt weiter und erklärt in der Kopfzeile über dem Artikel:

 

"ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG. Sämtliche Inhalte dieser Seite sind ein Angebot des Anzeigenpartners. Für den Inhalt dieser Seite ist nicht das Handelsblatt verantwortlich."

 

Im Unterschied dazu ist der Forbes-"Artikel" nach wie vor auf Herrn Birons Seite verlinkt. Dieser kann alternativ auch direkt über den Anbieter abgerufen werden:

Dieser Artikel ist in der Kopfzeile mit dem Hinweis "BEZAHLTE ANZEIGE" gekennzeichnet.

 

Eine weitere Sache, auf die ich in mehreren Reaktionen zu diesem Beitrag hingewiesen wurde, ist das kleine, rote Emblem auf dem Cover von Herrn Birons Buch "Bestseller schreiben". Im ersten Moment sieht es frappierend wie der "SPIEGEL Bestseller"-Aufkleber aus. Zoomt man es jedoch heran, erkennt man: Es handelt sich lediglich um eine sehr ähnliche Ausführung, die sich nicht auf den Status des Buches oder des Autors bezieht, sondern auf den Umstand, dass vorgeblich 8 SPIEGEL-Bestseller-Autoren in dem Werk zu Wort kommen.

Das Cover des Buches "Bestseller schreiben". Zum Vergrößern anklicken.

[ Aufgerufen und archiviert am 16.11.2021, gefunden hier und hier. ]

Hier wäre es interessant zu erfahren, ob der SPIEGEL bzw. die Rudolf Augstein GmbH & Co. KG mit der Verwendung ihres Markennamens bzw. ihres "SPIEGEL-Bestseller"-Designs in dieser Form einverstanden ist oder ob hier Markenrechte verletzt werden. Ein offizielles SPIEGEL-Emblem ist das jedenfalls nicht. So viel habe ich mit ein paar Google-Suchen herausfinden können. Ich habe dem SPIEGEL eine entsprechende Anfrage geschickt und informiere Euch, sobald ich eine Antwort erhalte.

 

* * *

 

Nachtrag 06.12.2021:

 

Vom SPIEGEL habe ich leider noch keine Antwort erhalten. Ich habe sie daher erneut um ein Statement gebeten. Davon abgesehen habe ich etwas weiterrecherchiert, und dabei ist mir aufgefallen, dass Herrn Birons Vorzeigewerk "Bestseller schreiben" Stand heute weder bei Amazon noch bei Thalia gelistet ist - immerhin zwei der größten und wichtigsten Händler der Branche. Man kann es offenbar nur über eine einzige Seite erwerben, die bei Digistore24 gehostet ist, einem Anbieter, bei dem man eigene Online-Shops registrieren und betreiben kann.

Das Buch "Bestseller schreiben" im Digistore24-Shop. Zum Vergrößern anklicken.

[ Aufgerufen und archiviert am 06.12.2021, gefunden hier. ]

Ebenso scheint auch kein einziges von Herrn Birons Büchern im sogenannten VLB, also dem "Verzeichnis lieferbarer Bücher" gelistet zu sein. Eine entsprechende Suchanfrage über das öffentliche VLB-Portal buchhandel.de blieb erfolglos:

Auskunft zu "Ricardo Biron" über das buchhandel.de-Portal. Zum Vergrößern anklicken.

[ Aufgerufen und archiviert am 06.12.2021, gefunden hier. ]

Es mutet schon seltsam an, wenn ein angebliches Wunderbuch für angehende Bestsellerautoren nur über einen selbst betriebenen Web-Shop gekauft werden kann und nicht über die großen (und wichtigen) Online-Händler mit ihrer großen (und wichtigen) Reichweite. Zudem stellt sich mir die Frage, weshalb "Bestseller schreiben" explizit mit dem Hinweis versehen ist, der "reguläre Verkaufspreis" läge bei 49,99 € und der "Aktionspreis heute" bei 19,95 €. Der reguläre Preis im Kontext von was? Und dieses "heute" scheint im Universum von Herrn Biron auch ein sehr dehnbarer Begriff zu sein, denn diesen Hinweis gibt es schon seit Monaten:

(Merke: Das Netz vergisst nichts.)

 

* * *

 

Nachtrag 07.12.2021:

 

Der im Hauptartikel erwähnte DCF Verlag als Herausgeber des von Herrn Biron verlinkten "GewinnerMagazins" ist auch einen näheren Blick wert, habe ich festgestellt. Der Verlag sieht sich nicht als reinen Verlag, der nur Bücher oder Magazine veröffentlicht, sondern eher als eine Art Unternehmensberatung, die das Ziel hat, den Bekanntheitsgrad ihrer Kunden zu steigern und ihnen dadurch zu höheren Umsätzen zu verhelfen [Quelle: DCF]. Als Beispiel ihrer Arbeit listen sie mehrere "Fallstudien" auf:

Jede Fallstudie ist mit Screenshots von "Presseartikeln" unterlegt, über der namentlich angepasst ein Text wie der folgende steht:

Beispielhafte Fallstudie auf der Webseite von DCF. Zum Vergrößern anklicken.

[ Aufgerufen und archiviert am 07.12.2021, gefunden hier. ]

Interessant daran ist: Keines dieser Bilder ist mit dem dazugehörigen Artikel verlinkt - was sehr schade ist, denn man stößt hier, ähnlich wie bei Herrn Biron, auf durchaus beeindruckende und bekannte Presseerzeugnisse wie die WELT oder den STERN.

Zwei beispielhafte "Pressestimmen" aus der DCF-Fallstudie zu Jens Rabe. Zum Vergrößern anklicken.

[ Aufgerufen und archiviert am 07.12.2021, gefunden hier. ]

Was die fehlende Verlinkung angeht, schafft Google Abhilfe. Mit ein paar gezielten Suchanfragen lassen sich die Artikel finden. Und beim Lesen fällt auf: Hinter einigen davon verbirgt sich gar kein echter Presseartikel, sondern bezahlte Werbung, wie sie auch Herr Biron verwendet:

Verboten ist diese Praxis nicht, meiner persönlichen Meinung nach ist sie aber fragwürdig. Hier wird der Eindruck erweckt, die betreffende Person sei von namhaften Presseerzeugnissen interviewt oder in einem ihrer redaktionellen Artikel erwähnt worden, was aber nicht der Fall ist. Die Wortwahl "Pressestimmen" verstärkt zusätzlich diesen Eindruck, denn eine Pressestimme ist von ihrer Definition her eine "Meinungsäußerung in einem Presseorgan" [Quelle: Duden].

 

Der Risiken, die von einem solchen Content ausgehen, ist sich auch der Gesetzgeber bewusst. Um es Konsumenten zu ermöglichen, Werbung von echtem redaktionellem Inhalt zu unterscheiden, gibt es Regelungen u.a. im Landespressegesetz der einzelnen Bundesländer, die Verlegern von Druckerzeugnissen vorschreiben, wie sie Bezahl-Beiträge zu kennzeichnen haben:

 

"Hat der Verleger eines periodischen Druckwerks oder der Verantwortliche (§ 8 Abs. 2 Satz 4) für eine Veröffentlichung ein Entgelt erhalten, gefordert oder sich versprechen lassen, so hat er diese Veröffentlichung, soweit sie nicht schon durch Anordnung und Gestaltung allgemein als Anzeige zu erkennen ist, deutlich mit dem Wort "Anzeige" zu bezeichnen."

[ Landespressegesetz Baden-Württemberg, § 10, gefunden hier. ]

 

Im Fall von DCF (oder Herrn Biron) befinden wir uns wahrscheinlich in einer Grauzone. Weder DCF noch Herr Biron haben diese Werbung - zumindest meinem aktuellen Kenntnisstand nach - in einem "periodischen Druckwerk" veröffentlicht. Trotzdem kann man sich an einer derartigen Präsentation stören, wie ich finde, denn sie vermittelt eine Reputation, die so nicht vorhanden ist.

 

Außerdem, nur so am Rande erwähnt: Mir waren -  und sind - die drei genannten Vorzeige-Personen Nicklas Spelmeyer, Jens Rabe und Jan Bahmann völlig unbekannt, obwohl sich die DCF-Seiten mit Superlativen teilweise überschlagen ("Jan Bahmann ist einer der erfolgreichsten Abnehmcoaches Deutschlands."). Was man so an Google-Treffern zu ihnen findet, umfasst vor allem Firmen- und Social-Media-Profile. Das ist dann natürlich auch so eine Art von Reichweite. Irgendwie jedenfalls ;-).

 

* * *

 

Nachtrag 18.01.2022:

 

Die SPIEGEL-Redaktion hat mir mittlerweile mitgeteilt, dass nicht sie, sondern der Hardenberg-Verlag die Lizenzen für die SPIEGEL-Bestseller-Logos vergibt. (Die, nebenbei erwähnt, Geld kosten.) Eine analoge Frage an den Hardenberg-Verlag wurde mir wie folgt beantwortet:

 

"Ich habe das bei uns im Haus an der zuständigen Stelle erfragt und kann Ihnen mitteilen, dass der Vorgang dort bekannt ist und bearbeitet wird. [...] bitte haben Sie Verständnis, dass ich Ihnen dazu nur das mitteilen kann, was ich bereits geschrieben habe."

 

Was das genau und im Detail bedeutet, wird sich zeigen.


Was denkt Ihr darüber? Sagt mir gerne Eure Meinung dazu. Seht Ihr es genauso wie ich oder anders? Ich freue mich auf Euer Feedback.



Kommentare

Kommentare: 24
  • #24

    Lene (Sonntag, 09 Januar 2022 22:28)

    Teil 1:
    Ich habe zum Glück gerade diese Seite entdeckt und möchte über meine Erfahrungen mit Ricardo Biron berichten. Im April 2020 war ich gerade in einer kompletten Umbruchsphase meines Lebens: Trennung vom Ehemann, 8 jährigen Sohn, bin aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen und hatte mit Zukunfts- und Existenzängsten und meiner ungewissen beruflichen Situation zu kämpfen. Über eine Werbeanzeige bin ich auf Birons kostenlosen Buchfunnel Tagesworkshop gestoßen, an dem ich im April 2020 teilnahm. Nach diesem Workshop wurde ich mehrmals angerufen. Ich habe mich in meiner damaligen Verfassung tatsächlich zu einem "exklusiven Heldengespräch" mit einem gewissen Adam Niazi über Zoom überreden lassen (der Geschäftspartner von diesem Biron).
    In meinen Augen ist es eine absolute Unverschämtheit und Dreistigkeit, mit welcher aggressiven Verkaufsmasche dieser Ricardo Biron und Adam Niazi mit den Träumen von Menschen spielen, ihre Nöte ausnutzen und ihnen falsche Gegebenheiten und Erfolge vorheucheln. Ich habe mich damals komplett manipulieren lassen. Für mich ist es eine Masche, sich Coaches bzw. kleine Selbstständige rauszusuchen, an ihnen ihre Verkaufssstrategien anzuwenden und sie zum schnellstmöglichen Abschluss zu drängen. Ich, mit meinem damaligen kleinen Mini-Einkommen als Kleingewerbetreibende im Nebenberuf! Clever eingefädelt, nicht mit mir als Privatperon den mündlichen Vertrag abzuschließen, sondern  als Unternehmerin nach (§) 14 BGB, nun sollte ich ungewusst in ihrer Falle sitzen. In meinen Augen eine skrupellose Berechnung: Es gäbe kein Zurück, da kein Verbraucherschutz bzw. Widerrufsrecht für Unternehmen nach (§) 14 BGB greift.

  • #23

    Lene (Sonntag, 09 Januar 2022 22:26)

    Teil 2:
    Ich gehe mal ins Detail: Biron hat uns Teilnehmern in seinem Workshop in meinen Augen vorgeheuchelt, wie erfolgreich sie selbst sind bzw. wahnsinnig erfolgreich andere in ihren Erfolg begleiten. In dem späteren Online-Gespräch über Zoom hat dieser Adam Niazi mich sowas von eingelullt, mir vorher nicht die AGB zu lesen gegeben und mich mit sehr subtilen psychologischen Tricks zum sofortigen Abschluss gedrängt ("Ich brauche jetzt eine Entscheidung.. Wir arbeiten nur mit Leuten, die WIRKLICH wollen...etc.) Eine kleine Bedenkzeit wurde mir nicht eingeräumt, das wäre ja ein Zeichen, dass mein Wille nicht groß genug wäre.
    Ich habe dem Vertrag über 5.800 EUR!!! lediglich über Zoom zugestimmt, weil dieser Adam mich heftig manipuliert hat, ordentlich auf die Knöpfe meiner Selbstwertthemen gedrückt und mir fälschlich suggeriert hat, dass sie zahlreiche Menschen in den Erfolg geführt haben bzw. sie selbst so erfolgreich wären. Nichts davon stimmt.
    Ich hatte noch am gleichen Abend nach dem Zoomcall so ein verdammt schlechtes Gefühl. In der Nacht bin ich schweißgebadet aufgewacht, fast 6.000 EUR soll ich dafür bezahlen? Panisch setzte ich mich an den Rechner und fing dann an zu recherchieren. Das hier könnte ein ellenlanger Beitrag von mir werden, was ich in dieser Nacht im Netz an Fakes und vor allem Fakeprofilen deren zufriedener Kunden gefunden habe. Am nächsten Tag habe ich mich rangesetzt und ein Schreiben verfasst - dass ich umgehend wegen arglistiger Täuschung von dem "Vertrag" über Zoom zurücktrete - mit ausführlicher Begründung im Anhang. Kurz darauf rief mich wieder dieser Adam an und versuchte schon wieder, diesmal noch aggressiver psychologisch und massiv auf mich einzuwirken, wollte meine Urängste des Versagens schüren und ich würde die Chance meines Lebens verpassen, ich hätte nur Blockaden etc.
    Als das bei mir nicht zog, wurde er schnell so richtig ungemütlich und drohte mir, rechtliche Schritte gegen mich einzuleiten. Da hätte ich eh keine Chance gegen ihn mit seinen erfahrenen Rechtsanwälten und ich würde Mahnungen und einen SCHUFA-Eintrag bekommen, etc. Ich würde sowieso den Kürzeren ziehen.
    Dann hörte ich zunächst eine Weile nichts, bis ich im August 2020 plötzlich zwei Abbuchungen von jeweils 2.900 EUR auf meinem Konto hatte - von der Ricardo Biron Consulting GmbH. Parallel dazu kam die Rechnung über 5.800 EUR per Mail über die "Heldenbuchreise" (darin angegebene Leistungen, die ich natürlich weder genutzt habe, noch dass sie mir zur Verfügung gestellt wurden: Dauerhafter Zugang zum Heldenbuchreisekurs, Zugang zu Livecoaching-Webinaren, Premium VIP Support durch Ricardo Biron & sein Expertenteam, Ticket für die Heldentage (Wochenende Workshop in FFM)).
    Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Das habe ich selbstverständlich umgehend zurück buchen lassen. Dazu habe ich nochmals ein Schreiben verfasst mit sämtlichen Untersagungen. Wenige Tage später bekam ich eine Mahnung von der Ricardo Biron Consulting GmbH. Und dann kam Mitte August 2020 wirklich der erste Inkasso-Brief. Daraufhin habe ich mir sofort einen Rechtsanwalt gesucht, der gegen den Mahnbescheid Widerspruch einlegte.
    Daraufhin hat die Ricardo Biron Consulting GmbH 2021 ein Klageverfahren vor dem Landgericht Frankfurt am Main gegen mich eingeleitet. Ich soll nun 5.800 EUR zzgl. Inkassokosten i.H.v. 480 EUR zahlen.
    Der Gerichtstermin erwartet mich im Mai 2022. Ich hoffe sehr, dass das Rechtssystem diesem unseriösen Treiben ein Ende bereitet und die sich nicht noch mit 6.000 EUR für NICHTS die Hände reiben. Bitte drückt mir die Daumen.
    Ich habe diesen Beitrag verfasst, weil ich andere gutgläubige Menschen davor bewahren möchte, den gleichen Fehler wie ich zu begehen.



  • #22

    ch (Mittwoch, 15 Dezember 2021 19:10)


    Grade eben beim Abschicken des Kommentars, kommt bei "Ich bin kein Roboter" kein Popup wo ich was tun könnte. Den Kommentar "Senden" geht jedoch nicht weil "Der Code wurde nicht korrekt eingegeben". Ist das jetzt seeeeltsam und sagt total viel aus über dubiose Methoden, oder ist es ein Plugin das mit meinen Browser-Einstellungen kollidiert und nicht Bescheid gibt? Je nachdem welche Meinung zu vertreten ich mir vorgenommen habe kann ich es bestimmt irgendwie süffisant formulieren. Nach Reload der Seite bekomme ich auf Klick direkt einen Haken. Senden, gebongt.

    Ich will nur sagen. "seltsam" ist das meiste auf diesem Planeten. Jeder sucht halt nur seine Strategie nach eigenem Vermögen, Auffassung, Anspruch die eigenen Anliegen zu erreichen. Solange niemand zu etwas gezwungen wird, ist alles ein Spiel der Eitelkeiten und wer womit Zulauf bekommt. Wie viele schöne Marketing-hervorhebenswerte Personen und Bücher und Projekte kenne ich, die kaum eine Sau beachtet. Wie viel Trallala landet auf irgendwelchen Rängen in Listen, wird zentral drapiert und und wegen all dem hübschen Cover und Strickmuster-Klappentext gekauft und verschenkt.

    Ich finde die Methoden des Biron nicht weniger unangenehm als viele andere Methoden. Habe dennoch im Workshop und aus dem Workbook mehr gelernt als vorher durch Umhören im Freundeskreis und auf Veranstaltungen, Googlen- und Netzwerken-Versuche, Email-Anfragen an die von mir vermuteten Stellen. Keinen Cent bezahlt, nicht telefonisch belangt worden und kann nun sowohl mitsamt diesen Zusatzinfos alleine veröffentlichen, als auch weiß ich wie ich die Coaches dazu hole wenn ich beschließe ihnen soweit zu vertrauen. Auch wenn ich letztlich mit anderen zusammenarbeiten möchte, habe ich eine Vergleichsmöglichkeit. Für den Inhalt meines Buches und ob es jemand lesen möchte, stehe ich dann selbst gerade und nicht jemand dessen Formulierungen mir nicht zusagen.

    Entschuldigung erbittende Grüße

  • #21

    ch (Mittwoch, 15 Dezember 2021 19:08)

    Vielleicht mal an seinem 5tägigen Zoom-Workshop teilnehmen? Da erfährt man kostenlos einige Antworten auf hier gestellte Fragen und kann eigene Fragen stellen. Geht ja auch anonym mit Spaß-Email-Adresse, mit Postfach, usw. Man kann sich das Buch schicken lassen kostenlos und die Qualität prüfen. Sonst ist das ja hier trotz aller Genauigkeit und Einsatz, nur drumherum-Mutmaßung.

    Im Workshop wurde erklärt warum es keine Listung in den "lieferbaren Büchern" gibt und warum auf die Reichweite von Amazon oder großen Verlagen verzichtet wird. Es ist also leicht und kostenlos in Erfahrung zu bringen. Man muss gar nicht lange reverse-engineeren und sich über die Unerklärbarkeit wundern.

    Oder ist diese Beitrags-Reihe hier, in Form eines regelmäßig aktualisierten (-->SEO) Blogbeitrags, nichts als Clickbait wegen des bekannten Namens? Wie man weltweit seit Anbeginn der Menschheit sieht kann man alles und jeden sowohl über den Klee loben als aufwändig recherchiert und seriös geforscht wirken lassen als auch in den Dreck ziehen und unseriös und seltsam finden - das alles sind nur Teil-Perspektiven. Sowohl wenn man etwas selbst durch die eigene Brille auf bestimmte Art sieht, als auch absichtlich um etwas bestimmtes damit zu erreichen. Alles nur Perspektiven.

    Hier wird in den Kommentaren von "unterschwelligen Drohungen" gesprochen ich kann mich nur daran erinnern als ich teilnahm, wurde am zweiten Tag gesagt wer nicht aktiv teilnimmt darf morgen nicht weiter teilnehmen. Da fühlte ich mich jetzt persönlich null "bedroht". Dass "die Vertriebsmannschaft" einen zu erreichen versucht wenn man seine Telefonnummer angibt um mit dem persönlichen Coach zu sprechen, ist auch normal. Ich hab eine Fake-Nummer angegeben und wurde nicht belangt. Mir gefallen die Methoden auch nicht, aber es ist nur weniger hinter seriösen Floskeln versteckt als bei anderen.

    Früher haben mich auch schon immer Verlage angeschrieben zu Weihnachten eine Postkarte geschickt, und versucht mit Gewinnspielen meinen Geburtstag herauszufinden und meine Themen-Vorlieben, um mir Präsente zukommen lassen zu dürfen. Nur weil ich einmal irgendwo was bestellt hatte. In jeder Zeitschrift werden mit den Quiz-Seiten Daten gesammelt um nachfassen zu können.

    Mich würde die rechtliche Lage mit der Buchpreisbindung und mit dem Spiegel-Logo interessieren. Wie auch die Seriosität von "seriösen" Magazinen die bei sich anbieten, Werbung zu kaufen die absichtlich wie ein seriöser Artikel wirken soll. Und sich auf Rückfragen zum missverständlichen Gebrauch ihres Logos auch nicht melden.

    Sagt es dann noch etwas aus, wenn man statt Werbung einen richtigen Artikel in selbigem tollen Magazin platziert bekommt, den ein andersnamiger "Autor" (nach Bezahlung / win-win-für-alle vereinbart?) verfasst hat?

    Was ist denn zum Vergleich ein Spiegel-Bestseller? Ein von irgendwoher in einem bestimmten Bereich geschickt platziertes Buch, das durch die gezielte Auszeichnung weitere Reichweite zugespielt bekommt.

    Also das gesamte Geschäftsfeld mit Büchern ist doch so dass die hochwertigsten meist nicht die meistgelesenen sind - und die meistgelesenen sich durch geschickte Platzierung und Vermarktung auszeichnen. Wer das an sich blöd findet, darf 95% aller Bücher und überhaupt der Welt blöd finden, aber warum ist dann ein Herausgegriffener der es ohne Verlag macht, plötzlich speziell seltsam?

    Es ist schon seltsam. Aber der ganze Rest der Branche auch, wie auch die menschliche Psychologie an sich. Ich bin mit den meisten Vorgehensweisen, Ausdrucksweisen und Umgangsformen die ich erlebe und beobachte nicht zufrieden. Wenn die meisten zufrieden wären und seriöse Antworten auf nachvollziehbare Fragen auf "normale" Art bekommen könnten, also auf normalem Wege, selbstbestimmt finanziell über die Runden kommen und sich als Mensch in der Welt ausdrücken könnten, dann würde es keinen nennenswerten Zulauf für "seltsame" geben die Lösungen und Erklärungen anbieten. Also wo sind denn die seriösen Anbieter die den Bedarf bedienen der hier übrig bleibt?

  • #20

    ORPHEUM Media ltd. (Samstag, 04 Dezember 2021 09:46)

    Es gibt keine Formel fuer eine Bestseller. Robert McKee hat einmal sehr richtig gesagt, dass jemand, der wuesste, welcher Film (und das Gleiche gilt fuer Buecher) im kommenden Jahr erfolgreich werden wuerde, besser geschuetzt waere wie der Praesident der Vereinigten Staaten. Und da hat er Recht. Man kann sicher gewisse Trends entdecken - aber die Kunst, fuer zwei/drei/zehn Jahre in die Zukunft zu blicken kommt dem Stochern im Trueben gleich. Ich schliesse mich McKees Meinung ausnahmslos an: Wenn dir jemand erzaehlen will, er wisse oder garantiere, welches Thema 100% zum Erfolg fuehrt - umdrehen und wegg gehen. Es handelt sich um einen Scharlatan.

  • #19

    Julia (Dienstag, 21 September 2021 09:12)

    Auch ich bekomme diese witzige Werbung mittlerweile permanent angezeigt und finde den Herrn einfach nur amüsant, weshalb ich ein wenig recherchiert habe und dann über diesen Beitrag gestolpert bin.

    Ich bin bisher tatsächlich immer davon ausgegangen, dass jemand, der einen Bestseller schreiben will, auch schreiben können muss.

    Auf Herrn Biron scheint das nicht zuzutreffen. In die Bücher habe ich nicht geschaut, aber schon die Sätze in seiner Forbes-Anzeige sprechen Bände:

    "Da dies (seine Fussballschule) für den 26-Jährigen aber noch nicht Arbeit genug war, startete der umtriebige Biron gemeinsam mit seiner Frau Julia eine Immobilienfirma, die auch in seiner jetzigen Firma eine Kreativposition einnimmt."

    Vielleicht bin ich auch nicht intelligent genug, aber ich musste lange überlegen, welche "Kreativposition" die Immobilienfirma in der jetzigen Firma von Herrn Biron wohl einnimmt! :)

  • #18

    Timo (Dienstag, 07 September 2021 08:51)

    Ricardo Biron ist total lächerlich. Mich hat seine Vertriebsmannschaft mehrmals angerufen bis ich die Nummer geblockt habe. Hoffentlich fällt er mit seiner Masche richtig auf die Nase...

  • #17

    Kerstin (Dienstag, 24 August 2021 22:05)

    vielen Dank für den wunderbaren Artikel. Ich habe -sozusagen in 2. Reihe- 2 Tage der kostenlosen Einführungsveranstaltung von Herrn B. miterlebt. Hintergrund war, dass mein Partner Ideen suchte für sein Fachbuch. Herr B, lässt sich nicht lumpen und verschickt zu Beginn des Kurses ebenso vollkommen kostenfrei sein Sachbuch (...) und ein Workbook. Wir haben beides angeschaut und entschieden, trotzdem in den Kurs zu schauen. Am ersten Tag fand ich es noch ganz uterhaltsam, hat es mich doch an die Strukturvertriebsveranstaltungen der 80er erinnert und ich war überrascht, dass im 21. Jahrhundert noch die gleichen schlechten Verkaufssprüche genutzt werden. Ich hatte auch Spaß daran, die nächsten Sätze, relativ treffsicher, vorher zu sagen. Am zweiten Tag zog dann das Tempo und der Druck an und die ersten unterschwelligen Drohungen kamen. Ich hoffe, dass nicht wirklich irgendwelche jungen gutgläubigen Menschen 4-5stellige Summen auftreiben und den Herrn B. damit seinem Lebenstraum, Million zu werden , näher bringen.

  • #16

    Stephanie (Freitag, 06 August 2021 09:24)

    Danke sehr für die tiefer gehenden Recherchen aller und die klaren Informationen. Als Buchverlag-Suchende ;-),um ein Werk zu publizieren, tauchen auf einmal - wie von (algorythmisch wunderbar berechnender und funktionierender) Internet-Geisterhand, Hrn. Birons Anzeigen auf, die zunächst sehr verlockend und einfangend wirken. Danke der weiteren Recherche habe ich Ihre Information und die der hier aller Kommentierenden gefunden und bin froh darüber. Tausend Dank!

  • #15

    carrie (Samstag, 08 Mai 2021 18:33)

    Ich bekam schon wieder seine Werbung, doch oh wie ein Wunder, kein Wort mehr von "Spiegel Beststeller". Das Foto der Bücher, deutet auf ein rotes Logo hin, man erkennt aber nicht was es ist. Man könnte "glauben" es ist das Spiegel Logo. Echt schäbig, dass solche Menschen mit solchen Dingen immer durch kommen.

  • #14

    Martin (Mittwoch, 28 April 2021 22:45)

    Vielen Dank für den wertvollen Beitrag :-)
    Ich habe ihn heute während seines Workshops gefragt:
    Warum gehst du Ricardo nicht ins Risiko?
    Also du siehst großes Potential in einem Buch und investierst dich in den Autor… und bist dann zu sagen wir 70 % am Gewinn beteiligt?

    Ich fragte ihn das, als Antwort auf sein Angebot eines Jahres-Coachings für 30000€, daß er uns aber als Sonderangebot für 180000 € anbot.
    Darauf sagte er: Er habe das ein paar mal gemacht und dabei sehr schlechte Erfahrungen gesammelt. Die Autoren haben sich angeblich keine Mühe gegeben, weil sie eben nicht im Risiko waren.

    Tja, wer's glaubt ...
    Wünsch euch was

  • #13

    Ivonne Tiesler (Donnerstag, 22 April 2021 16:13)

    Seine Mitarbeiter sind so dumm. Und rufen mich seit einem Jahr an.
    Obwohl ich Nummern und Email geblockt habe.
    Einfach nur erbaermlich. Und ein grosses maennerego.
    Ganz schlecht. Dieser Typ gehoert auf die Coach. Oder ins Gefaengnis. So daemlich diese Bilder Uhr und buecherr regale. Jeder intelligence Mensch merkt sofort dass man Von diesen NichtAbiturienten gar nichts lernen Kann. Ein Groessenwahsinniger! Mit Frau die wahrscheinlich sehr gut dabei ist diesem ganzen Schein ein wenig nach was ausehen zu lassen so sind Russinen eben. Ich denke ich werde tatsaechlich einmal einen Anwalt einschalten wegen Belaestigung nach untersagter Kontaktaufnahme!!

  • #12

    Robert Bauer (Mittwoch, 21 April 2021 11:57)

    Hallo,
    habe auch gerade Kontakt mit diesem Herrn Ricardo Biron.
    Hatte vor ein paar Tagen einen Kostenvoranschlag für das Coachen meines Buches von über 7000.-€ bekommen :o)) - sehr lustig (kann ihn Euch gerne mal zumailen).

    Hatte auch schon mit einem seiner "Jünger" telefoniert, die sind so übel. 18 Jährige "Möchtegern-Coaches"

    Lg
    Robert Bauer
    (r.bauer@amac-kk.de)

  • #11

    Barbara (Dienstag, 20 April 2021 08:29)

    Vielen Dank für diesen wertvollen Bericht! Ich habe mir sowas schon gedacht… Erste Fehler des Herrn: man sollte ja im Kontaktformular seine Telefonnummer angeben, da bin ich ja schon mega hellhörig geworden....

  • #10

    Sandra (Sonntag, 11 April 2021 22:24)

    Ich nahm an einem kostenlosen Online-Seminar, in dem er seine Geheimnisse verraten wollte teil, dieses brach jedoch (zumindest bei mir) nach ca. 10 Minuten Geschwafel und Selbstlob ab. Danach kontaktierten mich immer wieder Mitarbeiter von ihm telefonisch (Junge Herren mit plumpen rhetorischen Bausparvertreter-Tricks, die teilweise betrunken klangen). Wollte zuerst nicht unhöflich sein und habe ihnen erklärt, dass ich kein Interesse an einem persönlichen Gesprächstermin (Strategiegespräch um eine eventuelle Zusammenarbeit zu besprechen) habe, da ich aufgrund des abgebrochenen Seminars nicht einmal weiß, um was es in etwa geht. Habe Sie gebeten meine Tel. zu löschen und mich nicht mehr zu kontaktieren. Dies half leider nicht und sie riefen regelmäßig an (2-3 Mal pro Woche), hatte die Tel. der ersten beiden Herren schon als Spam markiert und nahm nicht ab. Irgendwann kam eine neue unbekannte Tel. dazu, die ich zurückrief und dem Herrn das Gleiche erklärte. Letztlich musste ich insgesamt 3 Mal mit einer Anzeige drohen und sofort auflegen, bevor ich Ruhe bekam.

    Alles in allem total aufdringlich, unseriös und dubios, Deinen Facebook-Kommentar finde ich super :-) Werde seine Werbung auch mal schön kommentieren.

  • #9

    Jörg (Freitag, 26 März 2021 21:26)

    Sehr guter Artikel, vielen Dank für die Aufklärung. Man hätte es kaum besser schreiben oder ausdrücken können. Ich habe mir sogar seinen Workshop angeschaut. Herr Biron, war mega schlecht vorbereitet. Weit entfernt von flüssigem reden, ganz zu schweigen von inhaltlichen Werten.
    Was man ihm zugestehen muss, er trifft die Verkaufstrigger für sein Seminar bei seinen Zuhöhrern sehr gut.
    Alles in allem, ist es das übliche Coachgefasel, was man für 27€ oder um die Range letztendlich ganz zu füllen, sogar kurz vor der Veranstaltung noch kostenlos bekommt. Mehr aber auch nicht.

  • #8

    carrie (Dienstag, 09 März 2021 14:21)

    Ich bekomme die Anzeige täglich. Auch ich gab meinen Senf dazu und wurde gesperrt. Ich fragte bei einem der Autoren nach, ob sie involviert sind, bekam noch keine Antwort.

    Mich machte das spiegel Logo stutzig. Kein ISBN, nichts. Man findet die Bücher nicht im Buchladen, daher kann es kein Betseller sein. Diese Art von coach ruinieren das ganze Internet mit ihren falschen Versprechungen.

  • #7

    Marius (Freitag, 26 Februar 2021 11:57)

    Lustiger Kommentar und wunderbar, dass man ihn gleich findet, wenn man diesen seltsamen Herrn bzw Infos über ihn sucht.
    Als Autor und auch im Eigenverlag aktiv wurde mir natürlich auch seine Werbung angezeigt. Die weniger nachdenklichen Menschen scheinen da ja offenbar das zu bekommen, was sie sich erhoffen. Marketing kann er also, sonst eher nichts.
    Was man natürlich auch erwähnen sollte: Der Buchmarkt mit dem aktuellen Konzept (Autor ca 10%, Verlag, Zwischenhändler, Händler) ist ein recht altes System. Bei mir trudeln teils briefliche Einzelbestellungen von Buchhandlungen meiner Werke ein. Für 10Euro brutto ein Buch per Hand verschicken auf eigene Kosten, dazu Buchhaltung aufgrund der händischen Überweisungen händisch einzeln durchführen zu müssen, das ist irgendwie mehr so 19. Jahrhundert.
    Da ist ein Versprechen wie "Millionen mit einem Buch Workshop" schon verlockend. Alternativ könnte man das Geld auch einfach verbrennen, das macht wenigstens kurz warm ;).

  • #6

    Maurice (Dienstag, 19 Januar 2021 02:05)

    Vielen Dank für die humoristischen Bemerkungen. Ich muss gestehen, als der unerfolgreichste meines Freundeskreises (nur so Lehrer), dass da eine Gruppe von recht bescheiden kompetenten Leuten YouTube mit Werbung zufilmt und man einen Coach, Trainer oder Superheld der Strategie kennenlernt, der es geschafft hat mit dem Hamsterrad... also besagtem zu entkommen. Wow. Da fragt man mal im Freundeskreis, die kennen den gar nicht, also weder den Ricardo, noch den Dirk, noch den Baulig oder die Business Body Builder. Warum auch, die sind ja in relevanten Unternehmen und spielen ganz andere Steuerspiele.

    Und jetzt nichts gegen den Herrn Biron, aber wenn immer medienwirksam eine stählerne Uhr am Handgelenk, ein Buchregal oder eine nette Lokation im Hintergrund umherschweifen, da wird man skeptisch. Zeit für Geld - da wollen die ja seriös heraus, heißt das dann Geld für Zeit? Oder Die Arbeit und die Zeit anderer für Geld, ich glaube es ist leider deutlich simpler: es ist das Geld anderer Leute, um Geld zu verdienen. Wenn sich die Multilevel Marketing Heroes so ergötzen, ein Dirk einem Alex die Klinke in die Hand gibt, und der Ricardo ihnen dann noch sagt, wie sie darüber ein Buch schreiben.

    In anderen Worten - weder gibt es diese Bestsellerformel, noch gibt es die superpassende Idee, um ohne Arbeit Geld im Internet zu verdienen.

    Nun, werter Rebell, danke für die unterhaltsame Lektüre. :)

  • #5

    Angelika (Dienstag, 05 Januar 2021 11:37)

    Ich habe schmunzelnd gelesen, denn ich bin auch auf Recherche gegangen. Der Aufkleber "Spiegel-Bestseller" ist glatter Betrug, denn weder Autor noch Buch tauchen beim Spiegel in den Bestsellerlisten auf. Weitere Autoren wie z.B. Hera Lind sind wohl eher abschreckend als ein Qualitätsmerkmal. Auch Amazon kennt diesen Bestsellerautor nicht und erst recht nicht seinen "Spiegel-Bestseller" zumal ich alle anderen Bücher der Bestseller-Listen bei Amazon finden kann. Da ich das auch so kommentiert habe, dürfte ich dann wohl auch in Kürze gelöscht und gesperrt werden. Dein Beitrag hier, ist einfach nur eine gute Bestätigung meines Bauchgefühls.

  • #4

    Marco Born-Miljak (Montag, 28 Dezember 2020 22:47)

    @Peter Wayand: Sehr gerne! Ich bin gespannt auf Ihr Urteil.

  • #3

    Peter Wayand (Montag, 28 Dezember 2020 20:01)

    Nun, ich schätze Ihren Artikel auch, dennoch bin ich der Meinung, dass man - einmal von der sehr verdächtigen Werbekampagne abgesehen - sich doch einmal das eigentlich "Werk" genauer ansehen sollte, um ein entsprechend fachkundiges Urteil zu fällen.

    Wir gehen, gerade was den Buchmarkt betrifft, einer elementaren Veränderung entgegen oder befinden uns in einer solchen. Ich bin fast schon geneigt, von einem Paradigmenwechsel zu sprechen, den die alteingesessene Buchbranche natürlich nicht gerne sieht. Immer mehr Autoren bewerben und verkaufen ihre "Werke" selbst, da sie - ohne eine entsprechende Lobby - in einem Publikumsverlag niemals ankommen würden. Sei's drum.

    Ich werde das Buch lesen und dann berichten.

    Nochmals vielen Dank für Ihre Mühe.

  • #2

    Daniel Wieser (Freitag, 04 Dezember 2020 22:57)

    "Man kann das Schreiben von Bestsellern LERNEN?"
    Irrtum. Man kann die Vermarktung von Büchern lernen, so dass sie zu BestSELLERN werden. Deshalb heißt es ja auch BestSELLER und nicht BestWRITER.

    Über den Autor werde ich mich hier nicht äußern. Wir wissen beide wohl, dass Bücher einer Buchpreisbindung unterliegen, und dass eine Vermarktung seines Buches gegen eine solche verstoßen würde - würde das Buch tatsächlich im Buchhandel verkauft werden... Ich konnte es jedoch nicht zu dem besagten Preis finden.

    Bestseller-Formel oder nicht: Falsche Aussagen beim Marketing, und dazu gehört die Aussage, das Buch würde vorher knapp € 50 kosten und er gibt es jetzt um nur knappe € 20 her, sind ein großes No-Go. Wer sich mit solchen Methoden vermarkten muss, dem sollte man vielleicht nicht zuhören... ;-)

  • #1

    Gudrun Anders (Donnerstag, 03 Dezember 2020 14:21)

    Prima Artikel! Super!!! Genau so siehts nämlich aus! Nur eines macht er tatsächlich gut, wenn auch nicht wirklich glaubhaft: Sich selbst verkaufen. ....