· 

Superstars, überall Superstars!



Ist Euch schon mal aufgefallen, wie viele Superstars und Erfolgsautoren sich auf dem Literaturmarkt tummeln? Nein, ich meine nicht Fitzek & Co., sondern die vielen kleinen Autoren, Selfpublisher und Indie-Schriftsteller. Praktisch alle betonen unermüdlich, wie viele Leser sich um sie reißen, wie erfolgreich ihre letzte Lesung war, wie ihr neuer Roman »weggeht wie warme Semmeln«, wie viele Auszeichnungen, Belobigungen und Preise sie schon abgestaubt haben.

 

Sie alle haben eines gemeinsam: Nichts davon entspricht der Wahrheit.

 

Schaut man sich die Verkaufsränge ihrer Bücher auf Amazon und Thalia an, liegen sie ganz weit hinten. In den Bestsellerlisten sucht man sie vergeblich. Googelt man ihre Namen, findet man nur ein paar unbedeutende Links. Rezensionen gibt es höchstens eine kleine Handvoll - wenn überhaupt. Und fragt man sie ganz direkt nach Verkaufszahlen, bekommt man meist keine oder nur eine vage, ausweichende Antwort.

 

Warum tun sie das? Warum lügen diese Menschen ihre Leser an?

 

Weil sie glauben, es tun zu müssen! Irgendwann haben sie gelesen, man müsse den Anschein von Erfolg ausstrahlen, um als Autor voranzukommen, ernstgenommen zu werden, sich Achtung zu verschaffen. »Fake it 'till you make it« - sinngemäß aus dem Englischen übersetzt: Tu so, als ob du Erfolg hast, damit du irgendwann wirklich Erfolg hast. Deshalb überschlagen sie sich mit Superlativen, Danksagungen an ihre riesige Fanbase, mit Erfolgen, Preisen, Statussymbolen.

 

Auch ich habe lange in dieser Welt gelebt. Auch ich habe lange versucht, einen Anschein zu erwecken, der nichts mit der Realität zu tun hatte. Fakt ist: Ich bin ein kleiner Schriftsteller mit einer kleinen Fanbase. Ich liebe das Schreiben, ich tue es von Herzen, ich freue mich über jeden, der meine Bücher kauft, liest, Spaß daran hat, sie rezensiert, weiterempfiehlt. Ein Bestsellerautor bin ich nicht und werde es wahrscheinlich auch nie sein.

 

Aber mir ist klar geworden: Darum geht es auch gar nicht. Natürlich würde ich mich über weltweiten Erfolg freuen - wer täte das nicht? Natürlich fände ich es super, Millionen von Exemplaren zu verkaufen und Lesungen vor ausverkauften Hallen zu halten. Aber ich kann das doch nicht erzwingen, indem ich so tue, als ob ich all das schon erreicht hätte (oder zumindest kurz davor stehe). Das ist albern. Und es ist Selbstbetrug!

 

Aus diesem Grund werde ich nichts mehr von alledem tun. Es gibt nur eine Sache, die wirklich eine Rolle spielt, die wirklich einen Wert hat: Leserinnen und Leser, die Freude an meinen Büchern haben.

 

Ihr findet daher bei mir ab sofort keine Selbstbeweihräucherungen mehr, nur noch Literatur. Dafür bin ich letztlich da und nur dafür habe ich das Schreiben angefangen.


Was denkt Ihr darüber? Sagt mir gerne Eure Meinung dazu. Seht Ihr es genauso wie ich oder anders? Ich freue mich auf Euer Feedback.



Kommentare

Kommentare: 0